Echo
Echo erzählt, von ihr verfolgt, habe Narziss sich in das
eigne Bild verliebt. Fest steht, er schaute in den Spiegel, und
er blieb dabei. Verliebt? Entsetzt! Im Wasser schwamm er selbst,
ein Ding wie alle rings, und doch saß er am Ufer. Erkenntnis
war's des Scheins im Gegenüber und des innern Wesens,
unsichtbar. Wie er sich sah, schien er ein Ding, und also war's
mit allem. Ein Abgrund tat sich auf zwischen den Bildern draußen
und dem wahren Sein. Narziss nahm alles wie sich selber wahr:
für sich. Ins Jenseits aller Dinge sank Narziss. Ihn faßte
Grauen. Er ward stumm. Da fand ihn Echo.
Nun also, sagte er, ich lebe. Denn ungewiß schien viel im
Leben, dieses nicht, und einer, der zu leben meinte, war doch,
wenn und weil er etwas glaubte, immerhin am Leben. Was er laut
sagte, war ein Satz, der gar nicht irren kann und den kein Echo
wohl hört sie den Laut der Wörter je vernimmt.
Ihr fehlen Sinne für den Sinn, der fehlte. So sucht sie nichts,
und gar nichts wird ihr fehlen. Gesunden heißt: wie alle selber
Echo werden.